Was ist eigentlich BARF?

Katzen und auch alle anderen Tiere sollen möglichst artgerecht gehalten werden! Darin sind sich alle Besitzer eines kleinen flauschigen (oder schuppigen) Freundes einig. Also bietest du deinem Haustier viel Auslauf, stellst Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung, gibst ihm Kau- bzw. Kratzmöglichkeiten und versuchst, durch verschiedene Spiele dem Jagdinstinkt deines Tieres nachzukommen. Du machst alles, was dein Liebling in der freien Natur auch tun würde. Nur beim Futter scheiden sich die Geister – naturnah bleiben mit Rohfleisch oder lieber das vom Hersteller empfohlene Fertigfutter?

Raw chicken! © by Adam Jarmon Brown

Die BARF-Füttermethode dehnt die naturnahe Haltung deines Tieres auf dessen Ernährung aus. Der Name BARF, der im Englischen eigentlich “Kotze” bedeutet, steht für “biologisch artgerechtes rohes Futter” bzw. “biologically appropriate raw food” im englischen Original.

Obwohl Tütenfutter erst seit wenigen Jahrzehnten verfügbar ist, hat die Industrie bereits den fälschlichen Eindruck auf den Verbraucher hinterlassen, dass nur speziell hergestellte Futtermischungen Haustiere mit allen wichtigen Nahrungsbestandteilen versorgen können.

Ausschließlich für fleischfressende Haustiere gedacht, orientiert sich BARF an den Fressgewohnheiten wild lebender Verwandter unserer Haustiere und deren Beute. Ist eine solche für das Wildtier “angerichtet”, frisst es mit ihm zum einen etwa 70 Prozent Fleisch und nimmt über den Mageninhalt der Beute rund 5 bis 10 Prozent pflanzliche Nahrung zu sich. Den restlichen Teil der Nahrung bilden die Knochen und das Fell.

Rohes Fleisch, Knochen und Gemüse sind demzufolge Hauptbestandteil des BARF-Futters. Die Vorteile dieser Fütterung erklären sich am besten am Beispiel einer Katze.

Die Stubentiger nehmen von Natur aus wenig Kohlenhydrate zu sich. So ist ihr Organismus rein physiologisch nicht auf die Verdauung einer größeren Menge davon ausgelegt, womit viele Fertigfutter für die Katze nur schwer verdaulich sind. Zudem lehnen sie es meist ab, größere Mengen Wasser aufzunehmen, weil normalerweise der Flüssigkeitsbedarf über die Beute gedeckt wird. Trockenfutter führt hier oft zu Flüssigkeitsmangel. Beiden Fällen kommt eine BARF-Fütterung zugute. Das artgerechte Zerkauen und Zerlegen des Fleisches bzw. der Knochen beim “Barfen” beugt weiterhin den für Katzen so typischen Zahnstein vor. Tierhalter, die nach dieser Methode füttern, berichten auch davon, dass ihre Samtpfoten dadurch ein glänzenderes Fell haben, weniger Körpergeruch -vor allem aus dem Maul – aufweisen, durch den verringerten Anteil von Ballaststoffen weniger Kot absetzen – was auf eine optimalere Verdauung hinweist – und einen geringeren Parasitenbefall zeigen.
Auf der anderen Seite ist das Thema BARF bei Tierärzten eine umstrittene Methode. Ein unausgewogenes Nahrungsangebot führt schnell zu Mangelerscheinungen. Hygienisch bedingt kann rohes Fleisch zudem Probleme im Magen-/ Darmtrakt verursachen, was neben Unwohlsein – und damit Stress für das Tier – zu Verstopfung und Durchfall führen kann. Das Füttern von Knochen birgt zudem das Risiko von Zahnschäden sowie Fremdkörpererkrankungen. Durch ungekochte Produkte können sich die Tiere mit Salmonellen, Escherichia coli oder anderen Bakterien infizieren – Erreger, die auch auf den Menschen übertragbar sind.

Wenn du erst einmal vorsichtig anfangen möchtest zu “barfen”, kannst du auch eine “light” Version probieren, indem du Tiefkühlfleisch, gefrostete tierische Nebenprodukte mit (wenig) Knochen sowie speziell hergestellte Getreide-/ Gemüseflocken verfütterst. So ist das Futter für deinen Liebsten immer noch roh, durch die schnelle Frostung aber wesentlich hygienischer.

Es bleibt nun dir überlassen, ob du das Nahrungskonzept deines Tieres umstellst. Einen Versuch ist BARF aber sicherlich wert. In jedem Falle: Bon Appetit.

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2 Responses to Was ist eigentlich BARF?

  1. Heiko says:

    Ist sicherlich die bessere Methode als Trockenfutter. Meine Familie hat unseren Hund immer “gemischt” ernährt weil für ein barf-only konzept kein geld/zeit da war.

  2. Anni says:

    Super Artikel. Danke. Wir barfen bereits seit einiger Zeit und kommen damit ganz gut zurecht. Allerdings machen wirs wie Heiko, ab und zu kommt auch ganz normales Futter in den Napf.

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